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Sport

14. TMP-Jugendtour und Kleine Friedensfahrt für Schüler

Fahrer aus Brandenburg dominieren zum Tourauftakt der TMP-Tour in Thüringen

Gotha. Der Auftakt der TMP-Jugendtour und Kleinen Friedensfahrt für Schüler ist vollzogen: Zum Prolog-Nachmittag in der Residenzstadt Gotha standen bei insgesamt sechs Lizenzrennen neun Brandenburger Fahrer auf dem Treppchen. Im Rennen der weiblichen Jugend dominierten dagegen die Mädchen des Nationalteams Deutschland. Sie belegten Platz eins bis drei und schufen sich damit eine gute Voraussetzung für die Länder-Mannschaftswertung in der „Coppa Hufschmidt“. Dass der Radsport in Gotha immer noch eine hohen Stellenwert besitzt, obwohl keine Fahrer des ausrichtenden Vereins RSC Waltershausen-Gotha am Start waren, belegte das gut besetzte Prominentenrennen. Dabei traten Sponsoren, Politiker und ehemalige Radsportler gemeinsam in die Pedalen. Am Ende siegte vor allem der Spaßfaktor und das Tandem-Duo mit Waltershausens Bürgermeister Michael Brychcy (CDU) sowie Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch (SPD) fuhr sich auf abgeschlagener Position in die Herzen der Zuschauer.

Bei den Schülern (U15) geht am Samstag Jonas Rutsch (Hessischer Radfahrerverband) in Gelb auf die erste Etappe zum Bergzeitfahren. „Ich will das Zeitfahren gewinnen und dann vielleicht durch die Zeitbonifikationen das Gelbe über die zwei Etappen verteidigen“, so der Sechste des Vorjahres. Dem Odenwalder liegen die bergigen Strecken, Rutsch gewann dieses Jahr bereits das Rennen von Karbach. Das zweite Rennen der Schüler regelte die Vergabe des Sprint- und Bergtrikots. In Rot und Grün schlüpften die zwei Brandenburger Bastian Flicke und Nik Schröter, beides Schüler der Sportschule Cottbus.

Die 49 Mädchen der U17 bestritten nur ein Kriteriumsrennen über 20 Minuten. Zu jeder Zeit waren die sechs Fahrerinnen des Nationalteams Deutschland an der Spitze zu sehen. Es gewann Larissa Luttuschka (Sportschule Cottbus) vor Franziska Banzer und Laura Süßemilch. Luttuschka, die zweifache Deutsche Schüler-Meisterin von 2011, hat offensichtlich in der höheren Altersklasse gut Fuß gefasst und gehört auch für Ines Richter, BDR-Beauftragte für Mädchensport, neben Lisa Klein zu den Favoritinnen bei der TMP-Tour.

Das 161-köpfige Feld der männlichen Jugend ermittelte in drei Rennen die Träger der Spitzenreitertrikots für die erste Etappe. Grün holte sich der Bremer Lennard Kämna, der aber für Brandenburg fuhr. Rot ging an Alexander Becker und Gelb zog sich Christian Koch über - beides ebenfalls Fahrer des überragenden Teams Brandenburg I.

Pressemitteilung 07/2012 Zusammenfassung der drei Tage

Mädchen-Nationalteam gewinnt alle Wertungstrikots der 14. TMP-Jugendtour im Landkreis Gotha - Jonas Rutsch legt Start-Ziel-Sieg in der Schülerklasse hin - Leo Appelt verpasst Ausreißergruppe der männlichen Jugend und überlässt Sven Reutter das Gelbe

Landkreis Gotha. Die 14. TMP-Jugendtour und Kleine Friedensfahrt für Schüler endete am Sonntag (20. Mai 2012) auf den Thüringer Straßen um Waltershausen mit vielen Favoritensiegen, aber auch mit Außenseiterfolgen.
So überraschte die Dominanz des Nationalteams Deutschland in der weiblichen Jugend U17 keineswegs. Am Ende belegten mit Franziska Banzer, Laura Süßemilch und Lisa Klein sogar drei Nationalfahrerinnen die Plätze eins bis drei und gewannen sämtliche Wertungstrikots. Da alle sechs Sportlerinnen unter den ersten 20 Fahrerinnen im Gesamtklassement landeten, ging auch der Mannschafts-Länderkampf „Coppa Gerd Hufschmidt“ klar an Deutschland. Auf Platz zwei landete das Nationalteam Italien, Dritte wurden die Fahrerinnen aus Polen.
Schon zum Prolog am Freitagnachmittag in Gotha, als es nur um die Vergabe der Ehrentrikots ging, beherrschten die Fahrerinnen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) zu jeder Zeit das Kriteriumsrennen. Es gewann Larissa Luttuschka vor Franziska Banzer und Laura Süßemilch. Luttuschka, die zweifache Deutsche Schüler-Meisterin von 2011 (Straße und Omnium) aus Finsterwalde bei Cottbus, hat offensichtlich in der höheren Altersklasse gut Fuß gefasst und gehörte auch für Ines Richter, BDR-Beauftragte für Mädchensport, neben Lisa Klein zu den Favoritinnen bei der TMP-Tour. „Die Coppa ist mein Baby“, sagte Ines Richter und beobachtete den in Erinnerung an den zu früh verstorbenen ehemaligen Bundesjugendleiter Gerd Hufschmidt ausgetragenen Teamwettkampf der Mädchen-Mannschaften drei Tage lang aufmerksam. Wurde diese Sonderwertung einst am Rande der Südpfalztour ausgetragen, so hat die Coppa seit vergangenem Jahr bei der TMP-Tour ein neues Umfeld gefunden. Ines Richter lobte die Professionalität der Ausrichter des RSC Waltershausen-Gotha und die gute Zusammenarbeit mit dem BDR.


Als dann aber die Jenaerin Franziska Banzer das Zeitfahren zwischen Friedrichswerth und Weingarten am Samstagvormittag gewann, wurden die Favoritenrollen in der Mannschaft neu verteilt. Nun fuhr das gesamte BDR-Team bei Rund um Weingarten für die Erfurter Sportschülerin und um das Gelbe TMP-Trikot. Auf Ansage wurden Sprintwertungen gewonnen und so auch das Rote Rewe-Bergtrikot (Larissa Luttuschka), das Grüne Sprinttrikot der B&H Spedition (Lisa Klein) sowie das Weiße Extenzo-Trikot für die beste Fahrerin des jüngeren Jahrgangs (Laura Süßemilch) in den Reihen des BDR gehalten. Die überragende Teamarbeit krönte Franziska Banzer mit einem Solosieg in Weingarten. Als sie am letzten Berg antrat, konnte keine ihrer Konkurrentinnen folgen.
Auf der letzten Etappe „Rund um Waltershausen“ sah man die BDR-Mädchen ständig in Front, lediglich der Tagessieg ging an die Einzelstarterin Alina Lange (Cölner Straßenfahrer 08). „Ich bin total kaputt und nur noch ins Ziel gerollt“, Franziska Banzer zeigte sich im Ziel etwas frustriert, da man Punkte verschenkt und so das Grüne Trikot in Gefahr gebracht hatte. Ihrer Sorge war unnötig - alle Wertungstrikots wurden vom Nationalteam verteidigt.
Diese Machtdemonstration blieb auch der Waltershäuserin Vera Hohlfeld nicht verborgen. Die Olympiavierte von Atlanta und Organisatorin der Thüringen-Rundfahrt für Frauen war oft an der Strecke zu sehen und hielt wohl auch Ausschau nach zukünftigen Fahrerinnen für ihr Maxx-Solar-Frauenteam.


Im 90-köpfigen Starterfeld der Schüler (U15) redeten von Anfang an die Fahrer der Mannschaft Brandenburg I ein gewichtiges Wörtchen bei der Preisvergabe mit. Fahrer aus der Cottbuser Talenteschmiede von Bernd Drogan standen allein bei den Prolog-Rennen am Freitag schon neun Mal in allen Altersklassen auf dem Siegertreppchen. Das Gelbe holte sich allerdings der Erbacher Jonas Rutsch vom Hessischen Radfahrerverband. Der Hesse gab sich von Anfang an zuversichtlich. „Ich will das Zeitfahren gewinnen und dann vielleicht durch Zeitbonifikationen das Gelbe über die zwei Etappen verteidigen“, so der Sechste des Vorjahres. Dem Odenwalder liegen die bergigen Strecken, Rutsch gewann dieses Jahr bereits das Rennen von Karbach. Wie angesagt gewann er das Zeitfahren und verteidigte das Gelbe auch auf der 2. Etappe um Weingarten, obwohl die starken Brandenburger mit zwei Teams gegen ihn fuhren. In Waltershausen reagierte Jonas Rutsch stark, als in der letzten Runde der Rote Nik Schröter (Brandenburg) davon fuhr, schaffte er wieder den Anschluss und verteidigte so Gelbe erfolgreich. Der letzte Tagessieg ging nach einem langgezogenen Zielsprint an Felix Zschocke (Burghardt Junior-Team). Luca-Felix Happke, der starke Unnaer Querfeldeinfahrer vom Landesverband NRW, gewann den Spurt des Feldes und sicherte sich somit das Grüne Trikot. Rot blieb bei Schröter, Weiß ging an Lorenz Baumgärtner vom Team Württemberg.


Im Feld der 161 Jugendfahrer (U17) sahen Radsportfachleute von Anfang an den Hannoveraner Leo Appelt (LV Niedersachsen) als Sieger der TMP-Tour. Immerhin hatte der 14-jährige Blondschopf in Waltershausen 2010 schon den dritten Platz und im vergangenen Jahr sogar den Sieg davon getragen. Allerdings saß der vierfache Deutsche Schülermeister erst seit rund einem Monat wieder auf dem Rad - man hatte ihn wegen eines Loches in seiner Lunge operiert. Appelt gewann das Zeitfahren überlegen, verpasste aber beim Rennen um Weingarten im entscheidenden Moment den Sprung in eine sechsköpfige Ausreißergruppe. Auch die ihn belauernden 18 Brandenburger - es waren drei Teams am Start - beobachteten wohl mehr jeden Tritt von Appelt, als das Renngeschehen. Appelt hatte nur wenig Hilfe aus den eigenen Reihen zu erwarten und sprach gar von einer „Dummheit des Feldes“, als er machtlos der Spitzengruppe hinterher sehen musste. Es siegte in Weingarten Patrick Haller (LV Bayern), Gelb wanderte an Sven Reutter (Team Württemberg) und Appelt wurde 45. - mit zwei Minuten Rückstand auf den Sieger.
Riesige Freude herrschte im Feld der zum dritten Mal bei einer TMP-Tour startenden Türken: Fethi Acar fuhr in Weingarten in der Spitzengruppe und gewann das Rote Rewe-Bergtrikot.
Am Sonntag in Waltershausen gab sich Sven Reutter vor dem Start zuversichtlich. „Die Berge sind meine Stärke, außerdem habe ich in unseren zwei Württemberger Mannschaften sechs richtig gute Leute, die mich unterstützen werden.“ Dennoch galt Reutter, Elfter der DM 2011 und BDR-Kader, als Außenseiter. Schon bald bildete sich eine vierköpfige Spitzengruppe um den Gelben - Appelt sprang diesmal sofort auf den Zug auf. Am achtprozentigen Stadtberg von Waltershausen setzte sich Leo Appelt in der vorletzten Runde schließlich ab und demonstrierte wieder seine bekannte Stärke. Bis zum Ziel fuhr er 31 Sekunden heraus - zu wenig, um am Gesamtsieg noch einmal zu rütteln. Die starken Brandenburger Fahrer Lennard Kämna (Fischerhude) und Christian Koch, beide Schüler der Cottbuser Sportschule, landeten auf Platz zwei und drei, der Gelbe wurde Vierter. Das Hauptfeld spurtete mit einem Rückstand von drei Minuten über den Zielstrich am Waltershäuser Markt.
„Heute lief es super, so muss ein Rennen sein. Noch zwei Runden mehr und ich hätte mir das Gelbe auch noch geholt“, erklärte der fast rundum zufriedene Appelt im Ziel. Auch wenn der Fahrer vom heimatverein Blau-Gelb Langenhagen kein konkretes Saisonziel hat - „mal gucken was kommt“ - so steht doch ein großes Ziel für ihn fest: „Mit Radsport will ich später mal mein Geld verdienen.“

Somit blieb das Gelbe auf den Schultern von Sven Reutter (Team Württemberg), aber das Weiße Trikot für den besten Fahrer des jüngeren Jahrgangs war dem bärenstarken Leo Appelt nicht zu nehmen. Fethi Acar verteidigte das Bergtrikot und Sven Reutter zog über das Gelbe auch noch das Grüne Sprinttrikot der B&H Spedition.

Hauptsponsor der Tour ist die Firma TMP Fenster und Türen GmbH aus Bad Langensalza. Deren Geschäftsführer Bernhard Helbing ging nicht nur bei einem Prominentrennen mit seinem Kollegen Jörg Wellendorf auf einem Tandem an den Start, er sagte der Tour im Ziel auch eine gute Zukunft voraus. Im Jahr 2015 will Helbing die Tour zum 25-jährigen Bestehen seiner Firma nach 2010 zum zweiten Mal in die Rosenstadt Bad Langensalza holen.
Auch bei Sportlern und Trainern genießt die Tour ein hohes Ansehen. „Die TMP-Tour ist das erste überregionale Rennen im Jahr mit der gesamten deutschen Spitze“, fand der aus Gotha stammende Ingo Messerschmidt. Der Trainer des Stützpunktes Frankfurt/Oder nutzte das Rennen, um seine Brandenburger Radrennfahrer auf die am 3. Juni in Queidersbach stattfindende Süddeutsche Meisterschaft vorzubereiten. Die 30 Besten qualifizieren sich dort für die Deutsche Meisterschaft.
„Das sind echt harte Runden hier“, fand Franziska Banzer nach ihrem Erfolg in Weingarten. Lennard Kämna fand: „Das ist eine meiner Lieblingstouren, die Tour ist anspruchsvoller als andere.“ Und Leo Appelt will im nächsten Jahr als Fahrer des älteren Jugend-Jahrgangs wiederkommen und sich das Gelbe endlich holen.   

12. TMP-Jugendtour 2010 und "Kleine Friedensfahrt" für Schüler Bad Langensalza und Weingarten (Thüringen)

Special-Olympics-Rennen

Prolog

12. TMP-Jugendtour und „Kleine Friedensfahrt“ für  Schüler: Prolog mit Wettkampf der Special-Olympics-Sportlern und Promirennen mit Sponsoren und ehemaligen Radsportlern zum Tourauftakt

Bad Langensalza (db). Das Schild „Betriebsgelände Durchfahrt verboten“  wurde von knapp 300 Nachwuchsradsportlern  und den Special-Olympics-Startern zum Tourstart gründlich ignoriert, schließlich hatte Bernhard Helbing, Geschäftsführer der TMP Fenster und Türen GmbH, zum Prolog auf sein Firmengelände selbst eingeladen. Helbing  ging mit gutem Beispiel voran und wagte sich als Gelegenheitsradfahrer mit seinem Tandem auch an den Start des Promi- und Sponsorenrennens. Im Feld der ehemaligen Cracks um 4000-m-Weltmeister Andreas Bach (1994) kam er nach der ersten Runde sogar als Führender über den Zielstrich. Aber das war wohl nur der Bonus für den Chef. Schon in Runde zwei übernahm der schwergewichtige, aber gut trainierte Alexander Pudack (auch ein TMP-Mitarbeiter) das Zepter und gab es bis zum Ziel nicht mehr ab. Siegerin bei den Frauen wurde mit Sabine Degenkolb übrigens die Tante von Zeitfahr-Vizeweltmeister  John Degenkolb aus Gera. Bernhard Helbing hatte sich von seiner „Niederlage“ schnell erholt und fand: „Sport stattet vor allem junge Menschen mit Charakter aus.“

Bei den Schülern wurden in zwei Rennen die Träger der drei Wertungstrikots auf der ersten Etappe ausgefahren. Überzeugend gewann Marc Jurczik vom Landesverband Württemberg das Grüne Sprinttrikot der B & H Spedition. Der Schülerfahrer startete zum zweiten Mal bei der Tour, war im Vorjahr 19. der Gesamtwertung  - und Träger des Grünen Trikots! wenn sich da mal nicht ein Anwärter auf den Gesamtsieg seine Visitenkarte abgegeben hat.

In den drei Rennen der Jugend war der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zwar mit starken Fahrern in der Spitze vertreten, die Trikots wollten sie sich aber noch nicht aufbürden. Grün trägt auf der ersten Etappe der Däne Sören Kragh-Andersen, Rot Nils Politt vom Landesverband Nordrheinwestfalen und Gelb der Pole Pawel Madrak.

Bei der weiblichen Jugend stellte der BDR die drei Erstplatzierten und damit auch die Träger der Trikots: 1. Anna Knauer, 2. Ann-Leoni Wichmann, 3. Sarah Scharbach.

Während es für die meisten Nachwuchsfahrer nur ein Einrollen auf die folgenden schweren Etappen war, ging es für die Fahrer des Special-Olympics-Wettbewerbes bereits um echte Platzierungen. Unter den 18 Fahrer und Fahrerinnen fanden sich auch drei Sportler des Bodelschwingh-Hofes Mechterstädt. In den Endkampf konnte von ihnen aber keiner eingreifen, den Sieg holte mit riesigem Vorsprung der Fahrer der Leistungsklasse 1, Daniel Naumann aus Dresden. Für ihn war es bereits der zweite Start bei der TMP-Tour und wie für alle Fahrer, war auch für ihn das Rennen ein wichtiger Test auf den Start bei den National Games in Bremen (14.-18. Juni), dem Jahreshöhepunkt der Special-Olympics-Sportler. Die Mechterstädter Christian Zinserling und Andy Kost landeten auf den Plätzen 6 und 10, Kristin Otto gewann dafür die Frauenkonkurrenz.  Eine besondere Würdigung fanden die Sportler mit körperlichen und geistigen Behinderungen durch die sachkundige und trotzdem kurzweilige Moderation von Streckensprecher Peter Rohde (Hannover).

Lisa Carolin Happke

Bergzeitfahren und 2. Etappe

12. TMP-Jugendtour und „Kleine Friedensfahrt“ für Schüler: Rasante 2. Etappe brachte die Vorentscheidung

Weingarten (db). Der zweite Tag bringt traditionell mit dem schweren Bergzeitfahren und einem Rundstreckenrennen auf gleichem Kurs – hier ist der Berg fünf- bis achtmal zu überwinden – die Vorentscheidung der 3-Etappen-Tour.
Als sorge der Berg nicht schon für genug Qualen, so fiel das Thermometer am Samstag noch auf 5 Grad Celsius. Kälte  und Nieselregen entzogen den Fahrern schon vor dem Start jede Menge Energie. Jan Schur – Sohn des einstigen DDR-Radsportidols Täve Schur – rannte darum vor dem Start mit einer riesigen Thermoskanne  durch die Reihen und versorgte die von ihm betreuten Brandenburger Sportler mit heißem Tee.

Den Auftakt auf der 5 km langen Bergstrecke vollzog die weibliche Jugend U17. Nach dem Prolog hatte sich ja die halbe Mannschaft des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) mit Spitzenreitertrikots eingekleidet und diese sollten natürlich erfolgreich verteidigt werden. Die Gelbe, Anna Knauer, konnte ihre Führung mit dem Sieg im Bergzeitfahren ausbauen und beruhigt in das Rundstreckenrenn „Rund um Weingarten“  am Nachmittag starten. Ann-Leonie Wiechmann, Trägerin des grünen Sprinttrikots, war als Fünfte des Zeitfahrens ebenfalls noch gut postiert. Ausgerechnet  BDR-Kollegin Sarah Scharbach im roten Bergtrikot musste aber auf der Bergdistanz Federn lassen und wurde „nur“ 12. beim Zeitfahren. In die Phalanx der BDR-Ladies mischten sich beim Kampf gegen die Uhr Madeleine Ortmüller (LV Hessen) auf Platz zwei und Lisa Carolin Happke (Triathlon Witten) auf Rang vier.
Im Rundstreckenrennen kontrollierten die Nationalfahrerinnen anfangs  das  Feld. Nach der zweiten Bergwertung  bildete sich eine Dreiergruppe mit der stets an der Spitze fahrenden Lena Scheiner (BDR), Lisa Carolin Happke (PV Triathlon Witten) und der ebenfalls schon in Erscheinung  getretenen Madeleine Ortmüller (LV Hessen). Auf der Abfahrt fuhr das Feld aber wieder heran, ohne die Ausreißer zu schlucken. Der BDR kontrollierte nun bis zum Zielsprint und war dabei dann gnadenlos unterlegen:  Der Sieg ging an die ehemalige Triathletin  Lisa Happke. Das Gelbe Trikot wechselte jedoch auf die Schultern einer anderen Quereinsteigerin. Platz fünf reichte Madeleine Ortmüller, sie kam erst vor einem Jahr vom Reiten zum Radsport , zum Erobern des Führungsleibchens. Dem BDR blieb nur das Rote für Lena Scheiner.

Bei den Schülern ging der Hesse Andrej Petrovski in Gelb in das Bergzeitfahren, gewann es mit fast zehn Sekunden Vorsprung vor Leo Appelt (LV Niedersachsen) und Manuel Porzner (Bayern II) und verteidigte es auch nach dem sehr schnellen Rundstreckenrennen noch mit 0,92 Sekunden. Im Rennen wurde von Beginn an ein höllisches Tempo gefahren - Petrovski war wohl der aktivste Fahrer. Nach 38 Kilometer setzte sich der sprintstarke Bayer Manuel Porzner – der ganz  selbstbewusst mit einem Erfolg geliebäugelt hatte - vor Appelt im Spurt einer 22 Fahrer starken Gruppe durch. Der 22. Fahrer war Petrovski!

Mit John Mandrysch (8.), Robert Jägeler (9.) und Erik Schubert (10.) waren in der ersten Gruppe auch drei Fahrer des Teams Thüringen I vertreten. Landestrainer Dr. Manfred Wandersleb konnte darum ein positives Zwischenfazit ziehen. „Das Niveau der Tour ist in diesem Jahr noch höher als in der Vergangenheit.  Mandrysch war heute  im Bergzeitfahren 16. – seine Zeit hätte im letzten Jahr noch für einen Platz auf dem Podest  gereicht.“ Dass vor allem das Team Thüringen II noch hinterher fuhr, sah Wandersleb im biologischen Nachteil seiner noch jungen Fahrer begründet. Die TMP-Tour lobte der Trainer rundum: „Die Schüler- und Jugendfahrer brauchen solch harte Rennen mit internationaler Konkurrenz.“

Die zwei Etappen der Jugendfahrer wurden am Samstag zu einer Machtdemonstration der Nationalfahrer. Nachdem sich die BDR-Jungs in den Prologrennen noch zurückgehalten hatten und keine Wertungstrikots erbeuteten,  holten sie sich im Laufe des Tages Gelb und Grün und platzierten sich mit allen sechs Fahrern unter den besten 12 der Gesamtwertung. Das Bergzeitfahren ging, mit knapp 15 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkameraden Maximilian Schachmann, an den bärenstarken Silvio Herklotz. Im Rundstreckenrennen waren über 61 km stets die BDR-Trikots in der ersten Reihe zu sehen. „Wir wollten einfach keinen wegfahren lassen“, sagte Etappensieger Ackermann im Ziel. Der Führende der BDR-Sichtungsrennen-Liste gewann auch alle drei Sprintwertungen.  Vier BDR-Fahrer im Massensprint unter den ersten sechs Fahrern – besser ging es nicht!
Bundesjugendleiter Toni Kirsch weilte schon zum dritten Mal bei der TMP-Tour und war wieder  ganz begeistert: „Das ist die Rundfahrt in Deutschland. Wo können Jugendfahrer sonst in einem Feld mit 140 Sportlern fahren?  Diese Rennen sind ganz wichtig für den Aufbau der Rennfahrer.“ Kirsch war auch für die Betreuung des Türkischen Teams zuständig, das auf Einladung des BDR in Deutschland weilte. Da Nationaltrainer Mühlfriedel erkrankt war, wurden die BDR-Fahrer von Josef Schüler gecoacht.

Einziger Vertreter des ausrichtenden Vereins RSC Walterhausen-Gotha bei diesem Rennen war Maik Schulz. Nachdem sich der Schnepfenthaler im Prolog mehrmals an Spitzenpositionen blicken ließ, erlebte er im Bergzeitfahren mit einem Rückstand von 57,49 Sekunden auf den Sieger als 54. einen Einbruch. Im Rundstreckenrennen in Weingarten konnte er sich dagegen als 24. im Hauptfeld gut behaupten. Dass der Vizelandesmeister derzeit mit der deutschen Spitzen an guten Tagen mithalten kann, bewies er eine Woche vor der TMP-Tour beim Sichtungsrennen in Orlishausen, als er in einer Verfolgergruppe Platz sieben belegte.

Maik Schulz (RSC Waltershausen)

3. Etappe

Silvio Herklotz gewinnt die 12. TMP-Jugendtour

Bad Langensalza (db). In der Gesamtwertung der 12. TMP-Jugendtour hat sich im Klassement der männlichen Jugend auf der letzten Etappe nichts in der Reihenfolge der vorderen Platzierungen geändert. Der Träger des Gelben Trikots, Silvio Herklotz  vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR), Maximilian Schachmann (BDR) und der Däne Sören Kragh-Andersen (Mix Team) setzten sich einfach nach einem Drittel der in der Altstadt von Bad Langensalza zu fahrenden 63 km vom Feld ab und machten die Trikotvergabe unter sich aus. Im Ziel stellte Herklotz seine Sprintfähigkeit unter Beweis und verwies den Dänen Kragh-Andersen und seinen Teamkollegen Schachmann auf die nächsten Plätze.
Mit den Kopfsteinpflasterpassagen in der Rosenstadt kam Herklotz als amtierender Deutscher Meister im Querfeldeinfahren sowieso gut  klar. „Das war heute eine super Strecke. Für uns zählte eigentlich nur das Gelbe Trikot und das haben wir mit einer ganz starken BDR-Mannschaft ja auch verteilt“, lobte der für den Berliner RSV „Werner Otto“ fahrende Herklotz.
Lokalmatador Maik Schulz vom ausrichtenden RSC Waltershausen-Gotha, kam nach seiner enttäuschenden Leistung beim Bergzeitfahren zwar am Sonntag besser in Tritt, mehr als der 44. Tagesplatz war aber nicht drin. In der Gesamtwertung belegte der Schnepfenthaler Rang 34, mit 1:44 Minuten Rückstand auf den Gesamtsieger.

Im Rennen der weiblichen Jugend lauerten am letzten Tag Lena Scheiner und Ann-Leonie Wiechmann (beide BDR) auf den Rängen drei und vier darauf, das Gelbe zu erbeuten. Zwar kurbelte mit Anna Knauer eine BDR-Kollegin auf den 10 Stadtrunden ständig an der Spitze, das Fahrerinnenfeld konnte sie aber nicht zerreißen und es kam zum Massensprint. Hier siegte die bisherige  Zweite, Lisa Carolin Happke vom PV Triathlon Witten. Die Einzelfahrerin ohne Mannschaft übernahm nach dem Sprintsieg, neben dem Grünen, auch das Gelbe Trikot von der Hessin Madeleine Ortmüller (Gesamt 2.). Die beste BDR-Fahrerin landete mit Lena Scheiner auf Gesamtrang fünf.

Auch bei den Schülern fand noch ein Trikottausch statt. Nachdem der Gelbe Andrej Petrovski (LV Hessen) mit Pedalbruch ausschied, sprintete  Jonas Bokeloh (LV Niedersachsen) zum Tages- und Gesamtsieg, vor dem enttäuschten Manuel Porzner (Bayern II, Tagesplatz 10), der sich selbst bei Prämiensprints weiter vorn sah.

Bei der Siegerehrung auf der Festbühne des 1. Unstrut-Radwandertages waren sich die Hauptsponsoren der Fahrt einig, es wird auch eine 13. TMP-Jugendtour geben. Nach Möglichkeit wieder im gastfreundlichen Bad Langensalza.

 

Ergebnisse: www.finishtime.de

Falschfahrer auf der Bobbahn

Extremsportler Danny Strasser fuhr mit dem Skateboard die Bahn in Oberhof ab

34. Thüringen-Rundfahrt für U23-Fahrer 2009

Bilder von der 3. Etappe Fröttstädt - Eisenach

11. TMP-Tour - Prolog in Waltershausen 2009

Rennen der Volkssportler, Schüler, Special Olympics und weibl. Jugend

11. TMP-Tour: Rennen der männlichen Jugend

11. TMP-Tour: 1. Etappe Bergzeitfahren von Friedrichswerth nach Weingarten

11. TMP-Tour: 2. Etappe Rund um Weingarten (weibl. Jugend und männl. Jugend) Teil 1

11. TMP-Tour: 2. Etappe Rund um Weingarten Teil 2

11. TMP-Tour: 3. Etappe Rund um den Hainberg

Ergebnisse des Rennens unter www.finishtime.de

dirk bernkopf

Photographie
Telefon: 0174 / 3165853

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